Saitenzauber: Entdeckungsreise durch die verschiedenen Gitarrenarten
Inhaltsverzeichnis:
Ob Rockmusik, Westernsound oder eine Liebesballade – Gitarren sind vielseitig und gehören zu den beliebtesten Musikinstrumenten. Neugierige, die sich in die Welt der Musik wagen, wählen oft eine Gitarre.
Doch welcher Gitarrentyp soll es werden? E-Gitarre oder Akustikgitarre? In diesen Kategorien gibt es noch weitere Varianten. Da kann die Wahl des richtigen Instruments knifflig werden. Im Pianelli-Ratgeber erfahren Sie, welche Gitarrenarten es gibt, wie sie sich unterscheiden und für welchen Sound sie sich am besten eignen.
Überblick der Gitarrenarten
Ganz grob lassen sich Gitarren in Akustikgitarren und E-Gitarren unterscheiden:
| Akustikgitarre | E-Gitarre | |
|---|---|---|
Korpus | Resonanzkörper | kein Resonanzkörper |
Saiten | Nylonsaiten oder Stahlsaiten | Stahlsaiten |
Gitarrenhals | meistens breit | schmaler |
Spielart | je nach Gitarrenart gezupft oder mit Plektrum | meist mit Plektrum gespielt |
Stilrichtungen | je nach Gitarrenart: Klassik, Latin, Pop, Folk, Traditionals, Blues | Rock, Pop, Metal, Blues, Jazz, Country und andere |
Was ist eine Akustikgitarre?
Die akustische Gitarre (A-Gitarre) erzeugt den Klang ohne elektrische Verstärkung. Sie zeichnet sich durch einen hohlen Korpus – den Resonanzkörper – aus, der den Schall verstärkt. Denn ohne ihn wäre der Klang der Saiten fast immer zu leise. Der Schall staut sich im Korpus der Gitarre und klingt deutlich stärker. Er entweicht durch das sogenannte Schallloch. Je nach Bauart und verwendeter Saiten kann sich der Klang einer Gitarre sehr unterscheiden.
Der Klassiker: die Konzertgitarre
Dieser Gitarrentyp wird auch als Klassik-Gitarre bezeichnet. Sie ist mit Nylonsaiten bespannt und hat daher einen weicheren und wärmeren Klang. Außerdem lassen sich diese Saiten leichter herunterdrücken als Stahlsaiten. Daher ist die Konzertgitarre bei Anfängern beliebt.
Klassik-Gitarren haben üblicherweise einen breiten Hals. Das hat zwar den Vorteil, dass die Abstände zwischen den Saiten größer sind, aber für kleinere Hände wird das Greifen von Akkorden schwieriger.
Dennoch ist die Konzertgitarre gerade für Kinder oft die erste Wahl, daher gibt es sie in verschiedenen Größen, unterteilt in ¼, ½, ¾ und ⅞.
Eigenschaften der Konzertgitarre im Überblick:
- Resonanzkörper
- Nylonsaiten (E-, A- und D-Saite mit Kupferdraht umwickelt)
- Spielart: meist gezupft
- breites Griffbrett mit größerem Saitenabstand
- verschiedene Größen
Ihr weicher Klang macht die Konzertgitarre für diese Musikstile ideal: Klassik, Latin, Pop, Folk und Traditionals.
Für das Lagerfeuerflair: die Westerngitarre
Die Bauform der Westerngitarre kann variieren, aber häufig ist fällt sie größer aus als bei einer Konzertgitarre. Durch ihre Stahlsaiten klingt sie außerdem lauter und metallischer – sie ist so auch im Ensemble oder einer Band durchsetzungsfähiger. Aus diesem Grund eignet sie sich als Rhythmusinstrument bei der Liedbegleitung. Die Westerngitarre gilt als typische Lagerfeuergitarre.
Die gängigsten Bauformen:
- Dreadnought: beliebt bei Singern und Songwritern
- Jumbo: größer, bassiger Klang
- Grand Auditorium: schmalere Form, geeignet für Fingerpicking
Da das Griffbrett schmaler ausfällt als bei einer Konzertgitarre, können Akkorde leichter gegriffen werden. Dennoch muss man sich erst an die Stahlsaiten gewöhnen, die aufgrund der höheren Spannung schwerer zu drücken sind als ihre Nylongeschwister.
Ein weiterer Unterschied zum Klassiker ist der Halsspannstab. Dabei handelt es sich um einen Stahlstab, der im Gitarrenhals verbaut ist. Dieser stabilisiert den Hals, weil durch die Stahlsaiten mehr Zug ausgeübt wird. Er lässt sich einstellen, sodass Sie die Halskrümmung optimal anpassen können.
Für Fortgeschrittene gibt es auch 12-saitige Modelle, die voller klingen, aber für das Spiel eine Herausforderung sind.
Eine weitere Variante der Westerngitarre ist die elektro-akustische Gitarre. Sie hat einen eingebauten Tonabnehmer und einen elektrischen Ausgang. Das Instrument lässt sich elektrisch verstärken, aber es ist keine Hybrid-Gitarre. Eine akustische Gitarre eignet sich nicht dazu, wie eine E-Gitarre gespielt zu werden. Eine Elektro-Akustik-Gitarre empfiehlt sich beim Live-Spielen eher, um den Klang unkompliziert zu verstärken.
Eigenschaften der Westerngitarre im Überblick:
- Resonanzkörper
- Stahlsaiten
- Spielart: meist mit Plektrum
- schmales Griffbrett
- Halsspannstab
Die Westerngitarre passt wunderbar zu allen modernen Musikrichtungen wie Pop, Rock, Folk und Blues.

Was ist eine E-Gitarre?
Die elektrische Gitarre – kurz E-Gitarre – wurde vermutlich Ende der 1920er-Jahre oder Anfang der 1930er in den USA erfunden. Zu dieser Zeit wollten die Gitarristen von Orchestern und Big Bands nicht im Klang der anderen Instrumente untergehen.
Der Sound einer akustischen Gitarre musste also verstärkt werden. Nach vielen Experimenten mit elektromagnetischen Tonabnehmern entstanden die ersten E-Gitarren ohne Resonanzkörper in den 40er- und 50er-Jahren. Über einen Tonabnehmer und einen Gitarrenverstärker wird der Ton übertragen. Daher ist die E-Gitarre ohne Verstärkung recht leise.
Zu den frühesten und bekanntesten Bauarten der sogenannten Solidbody-E-Gitarren gehören die Telecaster/Broadcaster, die Les Paul und die Fender Stratocaster.
Eigenschaften der E-Gitarre im Überblick:
- Solidbody, kein Resonanzkörper
- Stahlsaiten
- wird elektrisch verstärkt
- schmales Griffbrett
- Halsspannstab
Besonders beliebt sind E-Gitarren in der Rockmusik, aber natürlich können sie in den verschiedensten Musikstilen Verwendung finden.

Die Erste: Telecaster
Der Hersteller Fender brachte 1950 die erste Telecaster auf den Markt, ursprünglich Broadcaster genannt. Sie war die erste kommerziell erfolgreiche Solidbody-E-Gitarre. Traditionell besitzt sie zwei einspulige Tonabnehmer (Single-Coil-Pickups). Die Optik erinnert entfernt an eine Akustikgitarre. Dank eines Korpuseinschnitts am Übergang zum Hals (Cutaway) lassen sich auch höhere Tonlagen bequem spielen.
Die Telecaster hat meistens einen sehr klaren, glasigen und hellen Klang. Sie ist für den „Twang-Sound“ berühmt. Gerade im Country, Blues, Jazz, Pop und Rock sieht man sie häufig.
Für Rock und Blues: Les Paul
1952 folgte Gibsons erste Les Paul auf den Musikmarkt. Sie kommt mit zwei Humbucker-Pickups – zweispuligen Tonabnehmern. Diese sind weniger anfällig für Brummtöne, dadurch ist ihr Sound voluminöser und mittiger als bei einer Telecaster. Am besten geeignet ist die Les Paul für fette Rhythmusakkorde und Soli mit viel Nachklang (Sustain).
Durch den gesättigten, warmen Grundton passt diese E-Gitarre wunderbar zu Rock und Blues.
Die Vielseitige: Stratocaster
Die Stratocaster von Fender kam 1954 auf den Markt und sollte bequemer spielbar sein als die Telecaster. Zugleich musste sie sich gegen die Les Paul behaupten. Eine Stratocaster überzeugt mit vielen Soundmöglichkeiten, und das eingebaute Tremolo-System sorgt für mehr Ausdrucksvarianten.
Der Klang wird als bissig, drahtig und ein wenig „hohl“ beschrieben. Aber sie überzeugt auch mit herrlich glasigen cleanen Tönen. Sie gilt als extrem vielseitig, da Sie alles mit ihr spielen können – ob Country, Blues oder Heavy Metal.
Hollowbody – halbakustische Gitarren
Eine besondere Art der Gitarre ist die Hollowbody. Man kann sie als Mischung aus A-Gitarre und E-Gitarre bezeichnen. Sie hat noch einen Resonanzkörper, besitzt aber auch schon einen Tonabnehmer. In den 20er- und 30er-Jahren kam sie daher in Big Bands, im Jazz und Blues zum Einsatz.
Auch ohne Verstärkung bringt eine Hollowbody einen gut hörbaren Klang mit. Ihr Sound ist warm, organisch und erscheint wie eine akustische Gitarre. Aber bei großer Lautstärke oder einer Verzerrung kommt es zu Rückkopplungen beim elektrischen Verstärker. Diese lassen sich jedoch von einem geübten Gitarristen kreativ einsetzen. Generell passt die Hollowbody eher zu weicheren Musikrichtungen, da sie bei einem guten Spielgefühl eine beinahe spirituelle Tiefe erreicht.
Gitarren für Linkshänder
Zuletzt wollen wir noch auf die Linkshänder-Gitarre eingehen. Zwar ist sie keine eigene Gitarrenart, aber dennoch eine gefragte Option bei einigen Gitarristen mit dominanter linker Hand.
Grundsätzlich ist ein Linkshänder-Modell eine an der Längsseite gespiegelte Rechtshänder-Gitarre. Allgemein können Sie sich merken, dass die dominante Hand die Schlag- beziehungsweise Zupfhand ist.
Brauchen Sie eine Linkshänder-Gitarre? Das testen Sie am einfachsten mit einem kleinen Trick: Setzen Sie sich auf einen Hocker und legen Sie sich das Instrument auf den Schoß. Automatisch werden Sie die Gitarre so platzieren, wie es für Sie am angenehmsten ist.

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