Klavierbank oder Klavierhocker zu klein?
Wer die Knie nicht unter den Klavierspieltisch bekommt, weil er zu groß ist, liegt das nicht an der Klavierbank oder am Klavierhocker, man kann die Höhe des Instruments mit Untersetzern verändern. Normalerweise dienen diese zum Schutz des Bodens, allerdings haben sie, je nach Modell, noch einen Nebeneffekt: die Erhöhung der Musikinstrumente. Holzuntersetzer erhöhen das Klavier oder den Flügel um ca. 2 cm, Glasuntersetzer ca. 3 bis 4 cm. Hier kann man noch einen Filz unterkleben und schon bekommt man die Knie unter den Spieltisch.
Wie sitzt man richtig am Klavier?
Viele Eltern, Klavierspieler und leider hin und wieder auch Klavierlehrer, schenken dem richtigen Sitzen am Klavier zu wenig Aufmerksamkeit. Klavierspielen ist keine kurzfristige Sache, viele Menschen bleiben ihr Leben lang dem Klavier treu. Rechnet man mal hoch, wie viele Stunden man im Laufe eines Lebens am Klavier sitzt, wird einem schnell klar, wie wichtig das richtige Sitzen ist um Haltungsschäden, Verspannungen usw. vorzubeugen.
Selten hat ein normaler Stuhl zufällig die perfekte Höhe, daher ist es sehr wichtig, eine höhenverstellbare Klavierbank oder Klavierhocker zu benutzen um die richtige Höhe für den jeweiligen Spieler einzustellen.
So wird’s gemacht:
Setzen Sie sich gerade auf die Klavierbank / Hocker. Lassen Sie die Oberarme gerade nach unten hängen, winkeln Sie die Unterarme ca. 90° nach vorn an. Jetzt sollten die Hände locker über der Tastatur sein, während die Unterarme parallel zum Boden, also waagerecht sind. Auch die Handgelenke sollten gerade sein. Achten Sie darauf, dass der Rücken gerade und die Schultern locker und nicht hochgezogen sind! Jetzt stellen Sie die Klavierbank so hoch ein, dass die Hände einige Zentimeter über der Tastatur sind.
Das sind die Empfehlungen von Physiotherapeuten und Klavierlehrern. Ein Abweichen von diesen Empfehlungen kann Haltungsschäden Verspannungen und Rückenprobleme hervorrufen.
Klavierbank oder Klavierhocker – die Höhe muss stimmen
Wenn Sie dies berücksichtigen, bemerken Sie z.B., dass ein Kind nicht besonders niedrig, sondern besonders hoch sitzen muss. Es ist vollkommen normal, wenn ein kleineres Kind mit den Beinen nicht an den Boden kommt. Sollte ein Kind bereits mit den Pedalen spielen, müssen die Pedale erhöht werden, hierfür gibt es so genannte Pedalerhöhungen. Zum einen haben die Kinder dann eine erhöhte Fußauflage und zum anderen können Sie die Pedale betätigen. Ob Sie sich dann für einen Klavierhocker, also einen Drehhocker oder eine Klavierbank entscheiden ist eigentlich eher Geschmacksache. Es gibt natürlich auch Klavierbänke mit Rückenschonender Sitzflächenneigungsverstellung zum Beispiel von Burghardt Klavierbänke. Als Klaviergondel bezeichnet man einen Klavierhocker mit einer Muldenförmig gebogender Sitzfläche. Im Süddeutschen und Österreichischen Raum bezeichnet man den Klaverhocker als Stockerl. Ein Klavierstuhl ist dann ein Klavierhocker oder Klavierbank mit Lehne.