Kawai E-Piano DP 1

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Artikelnummer
DP 1
12.490,00 €

Details

Das Konzept

Im Rahmen des DP-1 Projektes wurden eine ganze Reihe von neuen Ansätzen verfolgt, mit denen die Historie der digitalen Klavier und Flügel ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Stützten sich bisherige Digitalpianos durch die Bank auf eine ROM-basierte Klangerzeugung mit mehr oder minder gelungenen Samples, die in einem Speicher zusammen gepfercht wurden, so verfolgt das DP-1 einen Ansatz, wie er aus Software-Lösungen bekannt ist. Sämtliche Klänge sind auf der integrierten Festplatte des Instruments abgespeichert und werden in Echtzeit bei entsprechendem Tastendruck abgespielt. Dabei kann man als Hersteller natürlich was die Speicherkapazität angeht aus dem Vollen schöpfen und muss in dieser Hinsicht keinerlei Kompromisse eingehen. Und dies macht sich in den Klangqualität des DP-1 denn auch bemerkbar. Jeder Ton und jede Dynamikanstufung innerhalb der einzelnen Töne liegen als eigenes Sample vor, zusätzlich werden Elemente wie Saitenresonanzen, Hammergeräusche und dergleichen mit abgebildet, Speichersparlösungen wie Loops oder ähnliches sind unnötig.

Die Klaviatur

Die Kontaktaufnahme des Pianisten zum Klang erfolgt bei einem Klavier über die Tastatur und so darf man bei einem derart aufwendigen Instrument sicherlich zu recht einiges erwarten. Verwendet wird die Kawai AWA Grand PRO II Tastaturmechanik mit 88 Holztasten, die das Spielgefühl des Kawai Konzertflügels EX reproduzieren soll. Salopp gesagt also ein ordentliches Kaliber, dass dem High-End-Anspruch des DP-1 durch und durch gerecht wird.
Die Technik dahinter

Man kennt den Effekt vom Automobil, die wenigsten Fahrer könnten wohl im Detail erklären, wie Technikkürzel a la DSC, ABS oder andere tatsächlich funktionieren. Aber, sie sind da, verhindern durchdrehende Räder, halten das Auto in der Spur und haben allerlei andere segensreiche Wirkung. Besitzer eines Musikinstrumentes, und gerade Pianisten, sind an der Technik im Hintergrund ebenfalls meist weniger interessiert. Kawai fördert diesen Aspekt durch die bewusst untechnische Vermarktung des DP-1. Trotzdem sei natürlich ein Blick auf die Details der Klangerzeugung erlaubt. Rein technisch werden die Klänge wie bereits erläutert von der integrierten Festplatte gestreamt. Auch wenn moderne Festplatten mittlerweile eine beachtliche Geschwindigkeit erreichen, wäre dies für die Anwendung in einem auf Echtzeitklang angewiesenen Instrument nicht schnell genug. Es käme unweigerlich zu minimalen Verzögerungen (Latenzen) die gerade bei einem auf schnelle Reaktion und die Umsetzung spielerischer Nuancen angewiesenen Flügelklang nicht tolerierbar wären. Kawai arbeitet beim DP-1 deswegen mit einer Kombination aus Festplatte und RAM-Speicher. Das Betriebssystem des DP-1, eine Linux-Variante, lädt im Hintergrund ständig Klangfragmente in den RAM-Speicher und hält diese für den Einsatz vor. Der im Vergleich zur Festplatte wesentlich schnellere RAM-Speicher sorgt so dafür, dass die Klänge sofort, sehr dynamisch und klanglich filigran aus den Lautsprechern springen. Zum Thema Linux sei noch erwähnt, dass man sich dahinter natürlich keine Suse oder Ubuntu in Vollausstattung vorstellen darf. Kawai hat den Kernel des Systems so abgespeckt, dass er auf die benötigten Funktionen für des DP-1 hin optimiert wurde. Es gibt also keine Druckertreiber, Treiber für 3D-Grafikkarten oder ähnliches.
Audio und mehr

Nicht zu kurz kommen soll natürlich auch die weitere Ausstattung des DP-1. Neben den 36 Grundklängen gibt es 12 User-Speicher, in die eigene Klangvariationen abgespeichert werden können. Die restliche Ausstattung orientiert sich am gebotenen hohen Oualitätslevel. 5.1 Surround-Sound-Möglichkeit, Effekte, ein integrierter Seguenzer (auch mit Audioaufnahme und -wiedergäbe), USB- und MIDI-Schnittstellen, drei Pedale und vieles mehr lassen keine Ausstattungswünsche offen.
Fazit

Kawai hat sicherlich gut daran getan, die komplexe Technik des Instruments sehr gut zu verstecken und in dieser Hinsicht für einiges Understatement zu sorgen. Das DP-1 ist einerseits ein Hochtechnologie-Instrument, das aber bewusst untechnisch daherkommt und sich als "Players Instrument" im besten Sinne versteht - kein Schnickschnack, sondern Reduktion auf den Klang. Der aufgerufene Preis von fast 13.000 EUR unterstreicht die Positionierung im High-End-Segment. Allerdings, auch soviel ist klar, das DP-1 ist nicht nur ein konzeptionell sehr gelungenes Instrument, sondern auch eine Technologie-Plattform, weitere interessante Ergebnisse aus diesem Ansatz wird es mit Sicherheit zukünftig geben. Für den Handel ist das DP-1 in seiner jetzigen Form aber bereits allemal ein Objekt der Kundenbegierde, das Interessenten in den Laden anlocken wird.
Technische Daten

Tastatur: AWA Grand PRO II mit Hammermechanik und Holztasten
36 Klänge, die in zahlreichen Parametern beeinflussbar sind, neben akustischem Flügel auch E-Pianos, Bass und Streicher.
12 Speicherplätze für User-Klänge
Bedienpanel im Klaviaturdeckel, Bedienung erfolgt über Sensortasten und wird von einem 6,4" Farbdisplay unterstützt
5.1 Surround Sound Möglichkeit
27 Effekte, darunter Tremolo, Phaser, Chorus, verschiedene Echosvariationen Ambience/Hall in höchster Qualität
drei Pedale
insgesamt neun integrierte Lautsprecher
integrierter Sequenzer (kann auch Audio aufnehmen)
USB-Anschluss (sowohl Massenspeicher-fähig z.B. zum Transfer von Songs auf USB-Speichersticks, als auch zum direkten Anschluss an einen Computer geeignet)
MIDI
Gewicht 119 kg

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